Klassische Homöopathie

Kurze Einführung in die Homöopathie

Die klassische Homöopathie geht auf den deutschen Arzt und Gelehrten Samuel Hahnemann zurück, der diese Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte und entwickelte. Sein Therapieideal (gleichsam der Prüfstein für jede Therapie) formuliert er in seiner Grundlagenschrift Organon der Heilkunst so:

Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen. (Paragraph 2)

Grundprinzip ist die Annahme von einem jedem Menschen innewohnenden Urprinzip, der Lebenskraft (Dynamis), welche den Menschen beseelt, belebt und gesund erhält.

K1600_Tollkirsche
Atropa belladonna – aus der Tollkirsche wird eines der bekanntesten homöopathischen Arzneimittel hergestellt. Durch den Prozess der Potenzierung verliert sich dabei ihre ursprüngliche Giftigkeit.

Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft (Autocratie) unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten, so daß unser inwohnende, vernünftige Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höhern Zwecke unsers Daseins bedienen kann. (Paragraph 9)

Wird dieses durch verschiedene Einflüsse in ihrer Funktion gestört, ist dies der Boden für alle Formen von Krankheiten, welche sich in Symptomen äußern. Kann die innere Funktionsstörung der Lebenskraft behoben werden, ist nach Hahnemann die Krankheitsursache beseitigt und die Lebenskraft wird versuchen die Selbstheilung voranzutreiben und soweit möglich, die Gesundheit wieder herstellen.
Die klassische Homöopathie verwendet dazu potenzierte Arzneimittel, in Form von Globuli, Tinkturen und Dilutionen. Die Wahl des Arzneimittels geschieht nach dem von Hahnemann entdeckten Ähnlichkeitsgesetz. Dabei wird das Mittel individuell auf die Gesamtheit der Symptome des Erkrankten verschrieben.

Kinderhomöopathie

„Hilf mir es selbst zu tun.“ (Maria Montessori)

Gerade in der Kinderheilkunde hat die Homöopathie einen hohen Stellenwert.

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Bellis perennis – das unscheinbare Gänseblümchen entfaltet als homöopathische Arznei seine wahre Wirkung.

Die Sanftheit der Methode und der homöopathische Anspruch „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten sind hier besoders wertvoll. Der junge Mensch soll unterstützt werden, Krankheiten aus eigener Kraft zu überwinden und an diesen Gesundheitskrisen zu wachsen und zu lernen.

Zudem ist bei Kindern die innere Lebenskraft in der Regel stark. Somit ist die Reaktionsfähigkeit auf homöopatische Mittelreize oft besser gegeben als beim Erwachsenen. Insgesamt bringen Kinder oft bessere Grundvorraussetzungen für die homöopathische Behandlung mit.

Chronische Behandlung und Akutbehandlung

Die Homöopathie als Therapiekonzept kann bei einer Vielzahl von akuten und chronischen Erkrankungen und Beschwerden als eigenständige Therapieform oder auch ergänzend zur Schulmedizin angewandt werden. Homöopathie versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe und soll den Menschen befähigen aus eigener Kraft konstruktiv eine Erkrankung zu überwinden. Aufgrund dieses Grundsatzes ist sie besonders auch bei der Behandlung von Kindern beliebt.

Behandlungsablauf

In der homöopathischen Behandlung werden unterschieden:

Chronische Erkrankungen

Die Behandlung (chronischer Fall) beginnt mit einer ausführlichen Erstanamnese. Ziel dieses Erstgesprächs ist es das Gesamtbild der allgemeinen und besonders der individuellen Symptome herauszufinden. Dafür wird ein zeitlicher Rahmen von 2-3h beim Erwachsenen und 1-2h beim Kind eingeplant; dies ist deshalb von so großer Bedeutung, da bei gleicher Diagnose die individuellen, persönlichen Befindlichkeiten entscheidend sind für die Wahl des richtigen und meist verschiedenen Mittels.
Aufgrund des Befundes der Erstanamnese erfolgt die erste Verschreibung. Für die gründliche Ausarbeitung und Festsetzung des Konstitutionsmittels nehme ich mir eine Woche Zeit. Die Wirkung des Mittels wird nach Mittelgabe in kurzen Rücksprachen kontrolliert. In der Regel ist eine Folgeanamnese nach 4-6 Wochen zur Kontrolle und Anpassung des weiteren Therapieverlaufes sinnvoll.

Akute Erkrankungen

Die Akutbehandlung unterscheidet sich von der chronischen Behandlung durch eine kurze, auf das akute Geschehen angepasste Anamnese und eine zügige Verschreibung. Der Verlauf wird in engmaschigen Abständen kontrolliert, wobei nach Rücksprache die Häufigkeit der Mittelgabe und gegebenenfalls ein Mittelwechsel abgestimmt werden.