Tibetische Medizin

tibetische Stupa
Stupa im tibetischen Kloster Samye Ling, Schottland

Die Tibetische Medizin ist ein komplexes Medizinmodell, welches über viele Jahrhunderte in Tibet vor allem in Klöstern immer weiterentwickelt wurde. Dabei vereint sie Lehren aus Buddhismus und der indigenen Bön-Tradition. Entscheidend ist das ganzheitliche Menschenbild, auf dem die verschiedenen Therapieansätze aufbauen.

Gesundheit wird als Gleichgewicht der im Menschen wirkenden Kräfte (Elemente) verstanden. Dies sind nach tibetischer Sicht: Erde, Wasser, Wind, Feuer und Raum. Das Gleichgewicht vollzieht sich auf seelischer, geistiger und körperlicher Ebene. Gerät eine dieser Ebenen ins Ungleichgewicht und wird dieses nicht in kurzer Zeit behoben (aus eigener Kraft oder durch therapeutische Hilfe) äußert sich dies in einer Erkrankung. Dabei ist es eine Frage der Zeit und Intensität, wie stark sich diese äußert oder wie sehr die anderen Ebenen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ziel ist es immer das innere Gleichgewicht durch vorbeugende Maßnahmen (Ernährung, richtiges Verhalten) zu erhalten oder dieses durch therapeutische Maßnahmen wiederherzustellen. Bei den therapeutischen Maßnahmen werden sanfte und drastische Maßnahmen unterschieden.

Tibetische Heilmassage (Ku Nye)

Eine der sanften, aber dennoch sehr wirkungsvollen Therapieformen ist die Massage oder Ku Nye. Sie wird traditionell angewendet bei allen Krankeitszuständen, die durch ein Ungleichgewicht des rLung-Prinzips im Körper verursacht werden. In westlicher Terminolgie umfasst dies eine Vielzahl von möglichen Krankheitsbildern und Beeinträchtigungen. Dies sind z.B. stressbedingte Störungen, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Schmerzzustände, Beeinträchtigungen und Schmerzen im Bewegungsapparat, nervöse / psychosomatisch bedingte Krankheitserscheinungen… Die traditionelle, tibetische Massage kann ein Vielzahl von Beschwerden positiv beeinflussen.

Bausteine einer traditonellen Ku Nye

Ku: Auftragen und Einmassieren eines speziellen Öls

Je nach Typologie des Zubehandelnden wird ein passendes Öl (Sesam, Sonnenblume, Olive mit Kräuter/Gewürzzusätzen) gewählt und dieses warm aufgetragen und einmassiert. Besonderes Augenmerk bekommen Gelenke und Sehnen; diese werden zusätzlich mobilisiert. Das Auflegen von warmen Steinen rundet diesen Teil ab.

Nye: Die eigentliche Massage

Diese ähnelt zunächst der klassischen Masage wie wir sie im Westen kennen: zunächst werden auf ähnliche Weise Muskeln und Bindgwebe mit verschieden Techniken durchgearbeitet um Verspannungen und Blockaden zu lösen. Darüber hinaus gibt es aber noch die Behandlung von speziellen Punkten (teilweise vergleichbar mit Akkupressur), welche je nach Beschwerde individuell zusammengestellt werden und mit denen eine tiefere Wirkung auf innere Organe und Geist erzielt werden kann. Eine weitere Besonderheit ist die Behandlung von Kanälen (oder Energiebahnen). Diese kann ebenfalls Wirkungen, die über die der „klassischen“ Massage hinausgehen, erreichen.

Chi: Das Entfernen des Öls

Je nach Beschwerdebild oder Typologie kann das Öl am Ende der Massage entweder auf der Haut belassen oder trocken oder feucht entfernt werden.

JEDE Ku Nye Behandlung ist INDIVIDUELL auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst und läuft daher nie gleich ab!

Dauer und Therapieverlauf

Eine Ku Nye Behandlung dauert bei mir in der Regel 60-90 min (längere Behandlungen sind auf Wunsch möglich). Um einen guten Effekt zu erzielen bzw. die positive Wirkung zu erhalten, sollten mehrere Behandlungen im Abstand von mehreren Tagen bis Wochen erfolgen.

Eine weitere Sonderform: Die tibetisch-energetische Rückenmassage

Die tibetisch-energetische Rückenmassage ist eine sehr feine und subtile Massage, welche eine tief entspannende Wirkung auf Körper und Geist erreichen kann. Diese Sonderform kam durch den Leibarzt des Dalai Lama auf einer dessen Deutschlandbesuchen zu uns. Das Besondere dieser Rückenmassage sind ihre Sanftheit, die Langsamkeit, mit der die speziellen Grifftechniken ausgeführt werden. Die Massage versucht Blockaden im Energiefluss zu lösen, kann dabei helfen seelische Belastungen zu lösen und somit das Gesamtwohlbefinden zu steigern.

Brunnen mit tibetischem Buddha
Brunnen mit Buddha und Gebetsfahnen im Kloster Samye Ling, Eskdalemuir, Schottland

Die tibetisch-energetische Rückenmassage besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzen. Jeder Teil ist eine für sich eigenständige Massage und dauert ca. 1 Stunde; mit Vorbereitung und Nachruhen sollten Sie in etwa 80min einplanen. Um einen dauerhaften Effekt zu erzielen, empfiehlt sich eine Massage alle 2-3 Wochen. Für Dauerbehandlung (ab 3 Massagen innerhalb von 10 Wochen) gilt ein gesonderter Tarif.

 Lu Jong – Tibetisches Heiljoga

Meine Frau Bernadette (zertifizierte Lu Jong Lehrerin) bietet Kurse, Übungsgruppen und auf Wunsch auch Einzelstunden in Lu Jong an.

Die Körperübungen des Lu Jong bestechen durch ihre Schlichtheit und gleichzeitige Effektivität. Dadurch lassen sie sich optimal in den Alltag integrieren und ermöglichen es uns, egal in welchem Alter und mit welchen körperlichen Fähigkeiten ausgestattet, für unsere Gesundheit aktiv  zu werden.
Die Körperübungen sind nach tibetischem Verständnis so konzipiert, dass durch die Bewegungsabläufe sowohl der Körper als auch der Geist gestärkt werden können. Darüber hinaus gehen sie auf eine 8000 Jahre alte Tradition von tibetischer Medizin und spiritueller Praxis (Bön, Tantrayana) zurück und haben sich über diesen Zeitraum bewährt.
Der buddhustische Meister und tibetische Arzt Tulku Lobsang Rinpoche hat einen Teil dieses Übungsschatzes, der früher eine Geheimlehre war, mit uns geteilt, um uns ein wirksames Mittel zur Selbstheilung zu geben und das Leiden auf der Welt zu verringern.